Fallbeispiel Herr S.

Mit Unterstützung zur Lehrabschlussprüfung
Stephan beginnt 2013 eine reguläre Lehre im Lehrberuf Garten- und Grünflächengestalter. Während der erste Klasse Berufsschule hat er große Probleme beim Lernen. Stephan schließt die Berufsschule negativ ab. Es steht fest - die erste Klasse muss wiederholt werden. Im Betrieb beginnt zu der Zeit ein Meister zu arbeiten, der Stephan sympathisch ist und sich bereit erklärt mit ihm zu lernen. Durch die Unterstützung beim Lernen kann Stephan die erste Klasse Berufsschule positiv abschließen.

Nach der zweiten Klasse Berufsschule und einem weiteren negativen Zeugnis wird seitens der Wirtschaftskammer die Berufsausbildungsassistenz (BAS) empfohlen. Der Betrieb meldet sich bei Herrn Aigner Martin. Herr Aigner ist Mitarbeiter der BAS. Anfangs sind der Lehrherr und der Lehrling zögerlich, da die reguläre Lehrzeit schon bald dem Ende zu geht und der junge Mann der erste Lehrling überhaupt im Betrieb ist. Herr Aigner informiert über die Möglichkeiten der BAS und die Beteiligten entscheiden sich für eine verlängerte Lehre.

Die Nachprüfung der zweiten Klasse wird, durch die zur Seite gestellte Lernunterstützung und Stephans Willen, geschafft. 
Während dem Betriebsurlaub im August 2016 beginnt Stephan den Führerscheinkurs zu besuchen. Eine Teilprüfung wird positiv bewältigt. Nach dem Betriebsurlaub ist Stephan eine Woche in der Arbeit, als es zu einem Arbeitsunfall kommt. Er verletzt sich an der Schulter und muss operiert werden. Bei einem Besuch in der Firma während dem Krankenstand stürzt der junge Erwachsene und verletzt sich an der anderen Schulter. Für Stephan ist der weitere Krankenstand, die zweite Operation und die zwei durchgestanden Reha-Zeiten eine große Belastung. Die Alltagsroutine verändert sich über eine lange Zeit von September 2016 bis Juli 2017. Die Arbeit an sich und das Tun fehlen Stephan. Er fällt in ein tiefes Loch. Auch die zweite Teilprüfung für den langersehnten Führerschein kann dreimal nicht positiv bestanden werden. Stephan fällt es schwer sich zu motivieren, die schwerwiegenden Ereignisse der letzten Monate belasten ihn.

Während Stephans Krankenstand kündigt eine wichtige Bezugsperson im Betrieb. Der Meister wechselt in eine andere Firma. Somit fällt eine wichtige Stütze in Bezug auf die Berufsschule und im Arbeitsalltag weg. Der Betrieb ist skeptisch, ob Stephan nach seinem Krankenstand und dem langen Fernbleiben der Arbeit wieder in das Lernen und in den Arbeitsalltag finden kann. Stephan fehlen seine persönlichen Perspektiven, die er durch die Herausforderungen aus dem Blick verloren hat. An Stephans Seite ist Herr Aigner von der Berufsausbildungsassistenz. Gemeinsam erarbeiten sie Schritt für Schritt unterschiedliche Unterstützungsmöglichkeiten. Ein wichtiger Faktor ist in diesem Fall auch der Meister, der bereit ist mit Stephan zu lernen, obwohl er in einem anderen Betrieb tätig ist. Durch diesen wesentlichen Anker vor und während der Berufsschulzeit findet Stephan wieder zu seiner Motivation und seinem Willen die Lehre abzuschließen. Stephan gelingt es seine Leistungen abzurufen und kann die dritte Klasse Berufsschule positiv abschließen. Aufgrund der vielen Lernstunden, der Unterstützung des Meisters sowie seinem persönlichen Engagement und eisernen Willens besteht Stephan im März 2018 die Lehrabschlussprüfung, bereits beim erstmaligen Antritt, positiv.
 

Bild (von links nach rechts): Bernhard Angerer (Gärtnermeister und Nachhilfelehrer), Stephan Spiegl (Lehrling), Martin Aigner (Berufsausbildungsassistent) Zoom